Einleitung:
Das Team von myDroid.eu hat mich darum gebeten, ein kleines Review zum Nexus One zu schreiben. Ich werde also im folgenden Text sowohl auf die Hardware, als auch auf die Software eingehen. Zum Schluss möchte ich noch einen kleinen Vergleich zu meinem Vorgänger-Gerät, dem Motorola Milestone ziehen.
Kauf:
Wie so viele andere Enthusiasten, habe ich letzte Woche Dienstag, als die Google Pressekonferenz lief, enttäuscht feststellen müssen, dass Deutschland beim Verkauf des Nexus One erstmal nicht bedient wird. Als Möglichkeiten an ein Nexus One zu kommen blieben also für mich Hongkong, Singapur, Großbritannien und die USA.
Gott sei Dank ist der durchschnittliche Android-User ja durchaus technikaffin, und von daher wurde schon schnell eine Lösung gefunden:
Ich habe mich hierbei an den Weg über die USA gehalten und hatte wenige Tage später dann mein Telefon mit dem Express-Versand von Borderlinx erhalten.
Unboxing:

Das Nexus One kam sicher in einem Paket von Borderlinx (inklusive Google-Rechnung) an. Die Verpackung vom Nexus One wirkt sehr edel im Vergleich zum Milestone und präsentiert sich im schicken Nexus One-Design mit dezenten Farben.
- US-Ladegerät
- USB-Kabel
- Headset
- Akku
Wenn man nun den festsitzenden Akkudeckel des Nexus One abnimmt und die SIM-Karte, sowie den Akku einsetzt, startet das Gerät sofort (bereits eingesetzt: eine 4GB SDHC). Das Nexus One begrüßt einen mit der bereits von YouTube und Co. bekannten Bootanimation des Nexus One. Nach wenigen Sekunden ist man dann auch bereits schon bei dem üblichen Login-Prozess.
Software:



Wie bereits jedem bekannt sein wird, ist auf dem Nexus One Android 2.1 installiert. Funktionell unterscheidet sich 2.1 kaum von 2.0, oder 2.0.1. Aber was bei dem Design geleistet wurde, verdient alle Achtung. Während mein G1 damals mit 1.3 ausgeliefert wurde, und dem User ein nüchternes Design entgegnete, sieht das Nexus One dermaßen stylisch aus, das ich mich wie auf einer neuen Plattform fühle. Zu den Neuerungen:
Am meisten mag ich, wie vermutlich ein Großteil der anderen Nexus One-Fans, die LiveWallpapers. Diese sind ein animiertes Hintergrundbild, welches auf Berührungen reagieren kann. So etwas wie LiveWallpapers gab es bisher noch auf keinem Telefon und wirkt wirklich futuristisch (ich liebe es). Natürlich sollte man sagen, dass LiveWallpapers auch mehr Akku verbrauchen als normale Hintergrundbilder, da diese eben noch gerendert werden müssen.
Toll ist auch, dass nun der Grafikchip des Nexus One die Berechnung der Oberfläche übernimmt, und dies nicht mehr die Aufgabe der CPU ist. Dies führt zu einem insgesamt flüssigerem Bedienungsablauf und erlaubt den Entwicklern von Android schönere Animationen einzubauen.
Als weitere Neuerung ist auch ein News-Widget integriert, welches nicht nur sehr gut aussieht, sondern sich auch mit tollen Funktionen hervortut. Der User kann zwischen verschiedenen Themen-Bereichen hin und her wechseln und erhält die aktuellen News. Die News werden nach Land und persönlichem Standort ausgewählt. Leider gibt es hier aber keine Google Reader-Integration – wer sich also weiterhin persönliche RSS-Feeds liefern lassen möchte, muss eine weitere Applikation hinzuziehen.
Alles in allem wirkt die Oberfläche sehr flüssig und wesentlich moderner, als es noch mit Eclair 2.0 der Fall war.
Hardware:
Das Nexus One ist flach, leicht und schick. Das wäre das Erste, was mir einfällt, wenn ich über die Hardware des Nexus One nachdenken müsste. Folgendes ist integriert:
Der Rest der Hardware ist Android-typisch – was macht denn nun das Nexus One so attraktiv im Vergleich zu anderen Telefonen? Ganz einfach: Der Snapdragon-Prozessor hat eine gigantische Performance, welche etwa 70% mehr Leistung erzielt, als der TI OMAP 3430 des Motorola Milestone. Das N1 öffnet Apps ohne Verzögerung, hat geringere Ladezeiten bei großen Applikationen und schafft es auch nicht speziell dekodierte Videos ruckelfrei darzustellen.
Weiterhin sind sowohl ROM, als auch RAM sehr großzügig bemessen und verhindern, dass das Nexus One wie andere Androiden irgendwann auf das Problem stoßen, nicht mehr genug Platz für Updates auf dem System zu haben. Auch können natürlich viel mehr Apps installiert werden, da dem Nutzer mehr Speicher zur Verfügung gestellt wird. Die Kamera schießt gute Bilder mit einem rot-Stich, welcher aber nur bei hellen Oberflächen minimal auffällt. Toll ist, dass das Nexus One wesentlich kürzere Zeit braucht, um ein Foto zu machen, als es noch beim Milestone der Fall war.
Vergleich zum Milestone und Fazit:
Es interessiert sicherlich viele Leute, wie sich nun das Nexus One im Vergleich zum bisherigen Android-Flaggschiff, dem Motorola Milestone verhält. Da ich beide gegeneinander testen konnte, und das Milestone von Mitte November bis Anfang Januar in Besitz hatte, meine ich, dass ich diesen Vergleich halbwegs objektiv durchführen kann. Zuerst sollte man nun erstmal unterscheiden, denn das Milestone besitzt einen hochwertigen Slider und bietet somit dem Nutzer die Möglichkeit, sowohl per virtueller Tastatur, als auch mit einer Hardware-Tastatur Texte zu verfassen. Viele Leute werden bedingt dadurch mit Sicherheit beim Milestone bleiben, bis es einen besseren Slider gibt.
Ich hingegen habe aber seit längerem auch auf meinem Milestone die Hardwaretastatur nicht mehr gebraucht, denn es gibt eine neue tolle Applikation für Android, Swype, welche eine neuartige Eingabemethode über eine virtuelle Tastatur bietet. Der Nutzer wischt nun also nur noch den Text über eine Tastatur und kann somit eine enorme Geschwindigkeit beim Schreiben erzielen.
Swype funktioniert enorm gut und hat für mich also das einzige Argument gegen ein Nexus One, die Hardwaretastatur, wegfallen lassen.
Die Bilder vom Nexus One wirken etwas besser und auch der Blitz überlichtet die Bilder nicht mehr ganz so stark, wie es noch beim Milestone der Fall war. Schnappschuss-tauglich sind beide Telefone auf jeden Fall – man sollte sich aber eben vor Augen halten, dass es sich hierbei um Smartphones, nicht um Digitalkameras handelt.
Performance mäßig ist der Sprung vom Milestone zum Nexus One noch größer, als vom Hero aufs Milestone. Der Snapdragon heizt dem Gerät dermaßen ein, dass die Benchmark-Ergebnisse einem wahrlich um die Ohren fliegen. Benchmark PI wurde in etwas weniger als 3000ms errechnet, während das Milestone ~5700ms brauchte. Bei Neocore hat das Nexus One 7 Frames mehr erzielt, obwohl OpenGL 1.1 nur softwareseitig emuliert wird, während beim Milestone der Grafikchip diese Aufgabe alleine übernimmt.
Ich bin natürlich gespannt, wie das Milestone mit 2.1 sein wird, und ob es vielleicht noch etwas an Performance gewinnen kann, aber bisher steht für mich der König fest: Nexus One.
Ich hoffe, dass dieses Review dem ein oder anderen helfen kann,
Gruß SeraphimSerapis